STRAHLENTHERAPIE

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Category: Anti Infekt, Gesundheit Tags: , , , Comments: 0 Post Date: April 8, 2019

STRAHLENTHERAPIE

Energiereiche Schüsse auf das Erbgut

rote Blutkörperchen

Ziel einer Strahlentherapie ist es, die DNA von Krebszellen so stark zu schädigen, dass das entartete Gewebe abstirbt. Dafür werden energiereiche Partikel auf den Tumor „geschossen“. Das können Röntgenphotonen sein, aber auch Elektronen, Protonen (Wasserstoffkerne) und Ionen (positiv geladene Atomkerne, zum Beispiel Kohlenstoff). Per Teilchenbeschleuniger werden sie mit zerstörerischer Energie gewissermaßen aufgeladen. 

Funktionsprinzip

Jeder Typ hat eine andere Wirkungsweise und Reichweite. Elektronen geben ihre Energie nur kurz unter der Hautoberfläche ab, während schwere Protonen bis in tiefer liegende Karzinome vordringen. 


THERAPIEPLANUNG: 
Computerberechnete Verteilung der Strahlungsdosis in einem Hirntumor, der mit Ionen beschossen wird. Rot zeigt hohe, Blau niedrige Belastung.

Die Therapie wird für jeden Patienten angepasst. Radioonkologen bestimmen erst mit Computertomografen die exakte Lage und Ausdehnung eines Tumors. Anhand dieser Daten legen sie fest, wie stark und aus welcher Richtung die betroffenen Regionen bestrahlt werden müssen. Dabei sollen die Krebszellen eine tödliche Dosis erhalten, während das umliegende gesunde Gewebe weniger stark belastet wird. Bei Röntgenstrahlen gelingt das, indem sie aus mehreren Winkeln auf den Tumor gelenkt werden. Idealerweise ist nur im Schnittpunkt der Strahlen die Dosis in der Summe so hoch, dass sie den Zelltod bewirkt. 

Wie funktioniert das?

Die neueste Form der Strahlentherapie arbeitet mit geladenen Ionen. Sie haben die Eigenschaft, nicht wie Röntgenstrahlen den Körper komplett zu durchdringen, sondern in einer definierten Reichweite abrupt im Gewebe zu stoppen und ihre zerstörerische Energie lokal abzugeben. Damit ist auch die Behandlung von Tumoren möglich, die sehr tief im Körper sitzen, ohne umliegende wichtige Organe allzu sehr in Mitleidenschaft zu ziehen. Der technische Aufwand ist allerdings enorm, wie das im November 2009 eröffnete Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum (HIT) zeigt: Die Anlage kostete 119 Millionen Euro. Als Teilchenbeschleuniger dient ein ringförmiges Synchrotron, wie es bisher nur in Großexperimenten von Physikern genutzt wurde. Der erzeugte Ionenstrahl kann auf drei Behandlungsplätze gelenkt werden. Die dafür nötigen Magnete wiegen bis zu 70 Tonnen. Auch deshalb gilt es derzeit als das „schwerste Geschütz der Krebsmedizin“

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